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Informationen zu
Tieren und Pflanzen

 

Heuckenlock



Lage:
Das Naturschutzgebiet Heuckenlock liegt auf der Hamburger Elbinsel Wilhelmsburg und erstreckt sich auf gut 3 km Länge am Nordufer der Süderelbe.

Besonderheit:
Das Gebiet wurde 1977 unter Schutz gestellt. Hiermit wurde der Erhalt der in Europa nur im Großraum Hamburg vorkommenden Süßwasserwatten und -tideauen gesichert. Aufgrund dieser Tideauwälder sowie weiterer Lebensräume im Hafengebiet gehört Hamburg zu den acht Zentren der biologischen Artenvielfalt in Deutschland!

Verkehrsanbindung:
Mit der U-Bahn: Station Wilhelmsburg; Buslinie 351 bis "Am Heuckenlock".
Mit dem Auto: A7 Abfahrt Stillhorn.

Entstehung:
Das Heuckenlock wurde und wird noch immer in seiner Gestalt durch den starken Tideeinfluss geprägt. Mehrere Priele winden sich durchs Heuckenlock, die 1-2 mal am Tag, bei Ebbe, trocken fallen. Da Ebbe und Flut im Süßwasser der Elbe wirken, haben wir hier die Besonderheit des Süßwassertide-Auwaldes, der nur zwischen Glückstadt und Geesthacht zufinden ist und eine weltweite Einmaligkeit darstellt!
Das Elbwasser ist reich an nährstoffhaltigen Schwebstoffen. Bei jedem Hochwasser wird eine dünne Schicht dieses Schlicks abgelagert. So wird dem Gebiet eine enorme Menge an Nährstoffen zugeführt. Diese Nährstoffzufuhr und der Einfluss von Ebbe und Flut sind die Voraussetzung für die Entwicklung dieser besonders artenreichen unvergleichlichen Sumpf- und Wasserwildnis!

Röhrichtzone beim Priel-Eingang

Ökologie,Tiere und Pflanzen:
Diese Lebensbedingungen ermöglichen ca. 400 Pflanzenarten sich hier anzusiedeln! Botanisch betrachtet ist das Heuckenlock somit das artenreichste Schutzgebiet im Hamburger Raum! Es bietet unter anderem der ansonsten in Deutschland nicht mehr vorkommenden Grannensegge ein letztes Refugium und beheimatet außerdem noch die stark gefährdeten und weltweit nur im Unterelberaum vorkommenden Pflanzenarten Schierlings-Wasserfenchel und Wibels Schmiele.
Je nach Höhenlage und damit Überflutungshäufigkeit sowie -dauer bei Hochwasser lassen sich typische Auwald-Vegetationszonen erkennen:
In den tieferliegenden Bereichen des NSGs, die am häufigsten und stärksten überschwemmt werden, wachsen verschiedene Röhrichtbestände. Diese bestehen aus dem hier dominierenden, sehr wuchskräftigen und mitunter bis zu fünf Meter hohen Schilf oder Reth, aber auch z.B. aus Schmal- und Breitblättrigem Rohrkolben und Rohrglanzgras.
Brücke über den Priel bei mittl. Wasserstand Der Blutweiderich ist an den Ufersäumen der Priele in größeren Gemeinschaften anzutreffen.
In den tieferliegenden Bereichen des NSGs, die am häufigsten und stärksten überschwemmt werden, wachsen verschiedene Röhrichtbestände. Die Hochwasserspülsäume werden von verschiedenen Ampfern, Knöterichen oder Seggen besiedelt.
Auf festerem Sandgrund findet man den für das Heuckenlock charakteristischen Tideauwald. Er besteht im feuchtesten Bereich aus verschiedenen Weidengebüschen.
Übergehend in die etwas trockeneren Bereiche findet man die typischen Standorte für verschiedene Pappelarten, Linden, Eschen. Diese Baumarten bilden zusammen mit den Weiden die sogenannte Weichholzaue.
Auf den höchstgelegenen und damit trockensten Flächen etabliert sich die sogenannte Hartholzaue mit den Charakterbaumarten Eiche, Erle und Ulme. Da der "Urwald Heuckenlock" keiner forstlichen Nutzung untersteht, können die Bäume des Auwaldes sehr alt werden.
Der deutlich älteste Baum war eine Flatterulme, mit einem Stammumfang von über vier Metern. Sie wurde ca.450 Jahre alt. Aufgrund ihres isolierten Standortes hat sie zwar das große Ulmensterben Ende des 20sten Jahrhunderts überlebt. Leider hat sie aber einen Sturm im Herbst 2013 nicht überstanden. Er hat sie in zwei Teile zerrissen und gefällt!
Der älteste Strauch ist ein 350 Jahre altes Pfaffenhütchen.

Beutelmeise beim Nestbau

Im Heuckenlock gibt es drei Wiesen mit den auf Hamburger Gebiet seltenen Schachblumen. Schachblumen wachsen nur an Standorten, die sehr feucht sind, allerdings vertragen sie kein stehendes Wasser. Daher wachsen sie auf kleinen Erhebungen und Kuppen. Diese Standortbedingungen sind nur noch selten anzutreffen, weshalb auch die Schachblumen stark gefährdet sind.

Tiere:
Aufgrund der häufigen Überschwemmungen leben im NSG wenig bodenbrütende Vögel sondern fast ausschließlich Baum- und Schilfbrüter.
Als Brutvögel sind u.a. festzustellen: Beutelmeise mit ihren markanten Hängenest, Nachtigall, Waldohreule, Kleinspecht, Drosselrohrsänger, Sumpfrohrsänger und Rohrammer. Großvogelkolonien von Graureiher und Kormoran sind im Auwald nicht mehr vertreten, die Vögel sind nur als Nahrungssucher und zur Rast im NSG anzutreffen (Eine Kormorankolonie mit 400 Brutpaaren gibt es z.B. auf der Billwerder Insel).
2012 hat der Seeadler erstmals einen Bruterfolg gehabt und zwei Jungadler großgezogen!

Achtung! Vorsicht beim Betreten des NSG Heuckenlock

Wir freuen uns sehr, daß das Seeadlerpaar es auch dieses Jahr wieder geschafft hat, im Heuckenlock zu brüten, nachdem im April 2014 sein Brutbaum mitsamt Nest und Jungen vom Sturm "gefällt" wurde. Insofern gilt weiterhin:
Wir bitten alle Besucher, den Rundweg nicht zu verlassen und sich auf dem Deich nicht längere Zeit in größeren Gruppen aufzuhalten, das streßt den Adler und gefährdet sein Verbleiben im NSG. Vielen Dank!
Die bessere Beobachtungsmöglichkeit besteht inzwischen ohnehin vom gegenüberliegenden Elbeufer (Schweensand).
Der Weg zur Flatterulme ist schon länger aufgehoben und nicht mehr begehbar. Die Flatterulme ist leider Opfer der herbstlichen Stürme 2013 geworden.

Seeadler im Heuckenlock

Die Priele im NSG bieten einen
guten, strömungs-beruhigten
Rückzugsraum für die Elbfische,
können bei extremen Niedrigwasser-
ständen aber auch zur tödlichen
Falle werden. Das nutzt nicht nur
der Graureiher, sondern auch der
Seeadler als willkommene Futterquelle.














Junger Seeadler bei Flugübungen auf
dem Horst, beäugt vom Altvogel


Bis 2003 war im Heuckenlock westlich der Autobahn A1 das letzte, denkmalgeschützte Vordeichbauernhaus auf Hamburger Stadtgebiet, die Wilhelmsburger Wasserburg zu finden. Das Bauernhaus stand dort auf einer Warft, umringt von einem Priel und war über 200 Jahre alt. Es stand einige Jahre leer und war dem Verfall überlassen. Ein ursprünglich geplanter Wiederaufbau als Naturschutz-Infozentrum durch die GÖP war nach dem Brand im Mai 2001 leider nicht mehr zu finanzieren. 2003 wurde die Ruine abgetragen. Der Koog als kulturhistorisches Erbe wird in den nächsten Jahren renaturiert werden.



Landschaftspflegemaßnahmen der GÖP:
- Wir entfernen standortfremde Pflanzen, die der seltenen heimischen Flora den Lebensraum
streitig machen.
Zu einem großen Problem haben sich hier der Japanische Staudenknöterich und das
Indische Springkraut entwickelt.
- Wir kontrollieren und pflegen die Schachblumen-Lebensräume.
- Wir halten die Wuchsorte der seltenen Seggen frei.
- Turnusgemäß pflegen wir die im Gebiet vorkommenden Kopfbäume.