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NSG Borghorster Elblandschaft
Lage: im Bezirk Hamburg-Bergedorf
Entstehung der Landschaft:
Das 226 ha große NSG besteht aus drei Teilflächen: den Borghorster Dünen und Elbwiesen (135ha),
dem Borghorster Brack (26ha) und den Altengammer Elbwiesen (65ha). Bei der ersten Fläche
handelt es sich um ein Gebiet im Elbeurstromtal, in dessen Nordteil Dünenaufwehungen der
Nacheiszeit zu finden sind. Der Südteil , ehemals tideabhängige Flächen, ist heute eingedeicht,
die alte Flutrinne ist aber noch vorhanden, zudem treten bei Flut gelegentlich Qualmwässer
auf, d.h. dass es auch hinter dem Deich zu Vernässungen kommt durch unter dem Deich hindurch
drückendes Wasser. 
Das Borghorster Brack entstand als Auskolkung eines schon länger zurückliegenden Deichbruchs.
52ha der Fläche im Norden des NSG werden als Polizeiübungsgelände genutzt. Nach Verabschiedung des Landschaftsprogramms,
das diese Flächen und auch die Altengammer Elbwiesen als künftiges NSG festlegte, wurde das
gesamte Gebiet im Jahr 2000 unter Naturschutz gestellt. Bei den Altengammer Elbwiesen handelte es sich um
ein Vordeichgebiet mit noch vorhandenen Prielstrukturen und z.T. stromtaltypischer Vegetation.
Der ursprüngliche Auwald ist hier aber kaum noch zu finden, da die Fläche gerodet wurde und
als Grünland bewirtschaftet wird.
Flora und Fauna:
Die drei Teilflächen stellen unterschiedliche typische Elbtallebensräume dar und sind von
hoher Biotop- und Artenvielfalt. Durch die Lage im Grenzbereich zwischen atlantischem und
schon mehr kontinental geprägtem Klima finden sich Arten, die sonst ihr Hauptvorkommen
weiter östlich bzw. südöstlich haben.
Es finden sich tidebeeinflusste Vorlandbereiche, Feuchtgebiete mit
Qualmwasser, ein Brack mit ausgeprägtem Röhrichtgürtel und Schwimmblattvegetation, ein
Altarm der Elbe, kleinflächig sehr unterschiedliche Wiesen und Weiden, ein kleiner Anteil an der Elbtaldüne Besenhorst, mit Wald (v.a. Kiefern, aber auch Eichen und
Birken), sowie offene Sandbereiche, Trockenrasen und Heideflächen.
Dies sind Lebensräume zahlreicher Pflanzenarten wie z.B.Sandgrasnelke,Kreuzlabkraut, Fetthenne,
Dünen-Reiherschnabel, Brenndolde, Natternzunge,
Feld-
Mannstreu, Langblättriger Ehrenpreis und
Wiesenknopf.
Unter den Tierarten, die in den letzten Jahren gesichtet wurden, sind besonders erwähnenswert:
Pirol,
Nachtigall,
Haubenmeise,
Schwanzmeise,
Beutelmeise,
Rohrweihe,
Roter Milan,
Baumfalke,
Wespenbussard,
Rebhuhn,
Kiebitz,
Rotschenkel, Wiesenpieper,
Bekassine,
Schwarzspecht,
Kernbeißer, Weißstorch,
Eisvogel,
Wachtelkönig, Kolkrabe und Kreuzschnabel.
Außerdem wurden die Fischarten Rapfen (im Altarm), Steinbeißer und
Schlammpeitzger (im Brack), sowie Finte,
Fluß- und Meerneunauge (in der Elbe) nachgewiesen.
Auch leben
Königslibelle,
Federlibelle, alle drei Arten der
Ameisenjungfer,
21 Heuschreckenarten (darunter Gestreifte Zartschrecke und Sumpfschrecke) und
mindestens 70 Nachtfalterarten sowie die
Zauneidechse im Gebiet.
Landschaftspflege-Maßnahmen
Ein großes Maßnahmebündel zur Verbesserung der Biotopstrukturen in diesem von der Elbe geprägten Lebensraum ist notwendig, um die noch bestehende Artenvielfalt zu sichern und etwaige Neuansiedlungen zu ermöglichen. Deshalb wird den Besuchern ein Wegesystem angeboten, das nicht verlassen werden darf.
Die Grünlandnutzung soll weiter extensiviert werden, die Verordnung setzt aber lediglich ein Pestizidverbot, ein Umbruchverbot und für die "Kringelwiesen" (14ha) ein Düngeverbot fest.
Dringend ist die Offenhaltung und die Erweiterung der Sanddünen- und Trockenrasenflächen, da hier besonders viele bedrohte Arten vorkommen.
Die Waldbestände müssen sukzessive standortgerecht umgewandelt werden. In dem Zusammenhang ist auch die Waldfläche des Polizeigeländes mit einbezogen worden.
Umfangreiche Baumfällmaßnahmen durch die Gesellschaft für ökologische Planung ab dem Jahr 2002 haben die Artenzusammensetzung von Waldteilen verbessert und vor allem die Ausdehnung von offenen Sandbereichen und Magerrasen vergrößert.
Durch Beseitigung von Kiefern-Anpflanzungen könnten weitere offene Binnendünen-Flächen geschaffen werden.
Im Bereich des Borghorster Bracks wäre neben der Reduzierung der Ufernutzung vor allem ein Anheben der Grabenwasserstände wünschenswert. In den Altengammer Elbwiesen sollen kleinflächig im Uferbereich wieder Weich- und Hartholzauwälder entstehen.
Ein Fußballplatz im Deichvorland wurde beseitigt.
Die Renaturierung und Verbreiterung des Prieles der "Schlinz" ist das wichtigste Vorhaben, u.a. könnte dadurch auch ein zusätzlicher Lebensraum für den vom Aussterben bedrohten Schierlings-Wasserfenchel geschaffen werden. Allerdings verläuft der Priel z.T. in Deichnähe, so dass eine Verlegung des Verlaufs nötig werden könnte.
EU LIFE-Projekt Das zentrale Entwicklungsprojekt für das Gebiet ist die Wiederherstellung des Tideeinflusses
in den Borghorster Elbwiesen. Bis zum Bau des Leitdammes an der Elbe Anfang der 60er Jahre und der vollständigen Absperrung zehn Jahre
später, waren die Flächen dem Einfluss von Ebbe und Flut ausgesetzt. So entstand der Plan, durch eine 80 m breite Öffnung
des Leitdammes auf mindestens 15ha wieder Tideauenverhältnisse zu schaffen (bei erhöht auflaufender Flut bis über 40ha).
Das ca. 100ha große Projektgebiet in Hamburg und Schleswig-Holstein soll sich südlich der Straße Horster Damm durch
Brachfallen der Nutzungen und einige begleitende Maßnahmen zu Tidewatt, -röhr und -auwaldflächen entwickeln.
Nördlich der Straße soll eine extensive Grünlandbewirtschaftung für eine artenreiche Vegetationsentwicklung mit
verbesserten Bedingungen, vor allem für Wiesenvögel, sorgen.
Im April 2002 wurde das Projekt als LIFE-Naturschutzvorhaben bei der EU-Kommission beantragt und im Juni gebilligt.
Eine Umsetzung war bis 2006 vorgesehen. Leider verstrich die von der EU-Kommission festgesetzte Frist für die Umsetzung,
sodass jetzt die vorgesehenen Gelder nicht mehr zur Verfügung stehen.
Betreuungsgemeinschaft: Sie besteht aus: Gesellschaft für ökologische Planung, Naturschutzbund, Botanischer Verein und BUND.
Erreichbarkeit: (Bus 120/228/328/428)
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