Die
Süßwassertide-Auen der Elbe zwischen Glückstadt und Geesthacht
stellen einen europaweit einmaligen Lebensraum dar, der eine vielfältige
und speziell angepasste Flora und Fauna beherbergt, insbesondere auch einige endemische
- weltweit nur hier vorkommende - Pflanzenarten wie z.B. den
Schierlings-Wasserfenchelund die
Wibels-Schmiele.
Aufgrund dieser internationalen Bedeutung ist die Süßwassertideaue nach der europäischen Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Richtlinie als prioritärer Lebensraum eingestuft worden und es wurden u.a. die Hamburger Schutzgebiete
Mühlenberger Loch, Neßsand, Borghorster Elblandschaft, Heuckenlock, Schweenssand, Zollenspieker
sowie fast alle Vordeichflächen außerhalb des Hafens als FFH-Schutzgebiete ausgewiesen.
Anthropogene Einflüsse, wie Eindeichungen oder Tideabdämmung von Nebenarmen und -flüssen der Elbe, Elbvertiefung mit ihren Auswirkungen auf den Tidenhub und die Strömungsgeschwindigkeit als auch Nutzung der wenigen verbliebenen noch süßwassertidebeeinflussten Areale haben diesen besonderen Lebensraum auf einen kleinen Flächenanteil reduziert bzw. ihn in seiner ökologischen Wertigkeit stark beeinträchtigt.
Auch gegenwärtig werden Süßwassertideauen-Flächen durch Großbauvorhaben
wie z.B. die DASA-Erweiterung verbunden mit der teilweisen Zuschüttung des
Mühlenberger Lochs in ihrer Existenz bedroht, zudem sind auch behördlicherseits
bisher kaum Maßnahmen zum besseren Schutz der Tideauenflächen festzustellen.
Um
jedoch die wenigen verbliebenen Areale der Süßwassertideauen in ihrer
ökologischen Wertigkeit nachhaltig zu bewahren bzw. zu entwickeln bedarf
es dringender und Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen.
Dies ist das Anliegen unseres Projektes.
Nähere
Angaben zum Projekt
Folgende Maßnahmen sind im Rahmen dieses
Projektes geplant bzw. werden durchgeführt
NSG Neßsand:
- Maßnahmen zur Entwicklung des Überganges Auen
- Trockenbiotope,
- Reduzierung standortfremder Anpflanzungen.
NSG
Schweenssand:
- Reduzierung standortfremder Pflanzen und Gehölze,
-
Hinwirken auf die Verlagerung der Sportboothäfen und den Abbau von Baulichkeiten
/
Uferbefestigungen,
- Abbau
von Uferdeckwerk.
NSG Borghorster Elblandschaft:
- Aufwertung des Altengammer Vorlandes,
-
Renaturierung am Priel "Schlinz",
- Begleitung der Wiederherstellung
eines Tideeinflusses in den Borghorster Elbwiesen.
NSG
Heuckenlock:
- Reduzierung standortfremder Pflanzen,
- Schutz des Schachbrettblumenbestandes,
-
Kopfweidenpflege,
- Schaffung neuer Schlenzen durch kleinflächigen Abbau
des Uferwerks,
- Prielrenaturierungsarbeiten
- Renaturierungsarbeiten an
Koog und Warft der "Wasserburg".
Bemühungen
den Tideeinfluss im NSG Rhee wiederherzustellen (hierzu hat die GÖP ein Gutachten
vorgelegt, das die Maßnahme
empfiehlt, es gibt konkrete Gespräche und Untersuchungen durch die
Baubehörde).
Mitgestaltung
und Entwicklung des Kreetsand (der Elbdeich wird hier zurückgesetzt und dadurch
20 ha
neues Vorland geschaffen).
Besucherlenkende
Maßnahmen sollen einer ökologisch vertretbaren Erlebbarkeit des Lebensraumes
dienen. Um die überregionale
Bedeutung und Einmaligkeit dieser Lebensräume der Bevölkerung
bewusst
zu machen und um zur Akzeptanzerhöhung von Maßnahmen beizutragen, sollen
-
Faltblätter erstellt,
- Informationstafeln entwickelt,
- Führungen
durchgeführt und
- Pressearbeit geleistet werden.
Elbauenbüro und -Informationszentrum "Bunthaus"