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Das NSG
Schnaakenmoor Verkehrsanbindung: Mit
der S-Bahn S1 bis Rissen; ca. 3 km entlang dem Klövensteenweg. Entstehung/Beschreibung: Das
Schnaakenmoor bei Rissen ist entstanden nach dem Ende der letzten Eiszeit vor
10.000 Jahren. Es wurden aus den Schwemmsanden des Elbe-Urstromtales großflächig
Dünenzüge zwischen Wittenbergen und Elmshorn aufgeweht. Diese Dünen
zogen sich halbbogenförmig um eine flache Ausblasungsmulde herum, aus der
das Wasser nicht mehr abfließen konnte. Nach dem Stillstand der Flugsande
setzte hier die Bodenbildung ein. In der abflusslosen Senke begann das Wachstum
der Torfmoose und die Moorbildung begann. Reste dieses Moores sind nur noch am
Südrand des heutigen Schnaakenmoores zu finden. Die Torfdecke beträgt
hier ca. 1 m. Die Verbindung von offener Binnendüne und den Moorbereichen
ermöglichte bis heute einer vielfältigen Insektenwelt zu überleben.
In den Randbereichen des Moores und auf den niedrigen Dünenkuppen entwickelten
sich Heideflächen, langsam setzen sich auch lockere Birkenbestände durch.
 Einfluss des Menschen:
Um das Schnaakenmoor intensiver nutzen zu können wurde es mittels Abflussgräben stark entwässert.
Feuchtere Heideflächen wurden als Grünland genutzt und über Jahrzehnte intensiv gedüngt, so dass sich Nährstoffe in großem Maße anreicherten.
Die trockeneren Heideflächen und die Birkenbruchwälder wurden in den dreißiger
Jahren des letzten Jahrhunderts mit Kiefern und Lärchen aufgeforstet. Durch ihren jährlichen Nadelfall versauerten jedoch die Lärchen den Boden in extremem Ausmaß.
Die ausgedehnten Dünenzüge südlich und östlich des Schnaakenmoores wurden völlig mit Kiefern aufgeforstet.
Der besondere Lebensraum "offene Binnendüne" mit Silbergrasfluren
und seltenen Insekten wie Sandbiene und Grabwespe wurde dadurch zerstört.
Tier-
und Pflanzenwelt:
Die ursprüngliche Vegetation ist durch den Einfluss menschlicher Tätigkeit fast völlig verschwunden, so dass man heute im Schnaakenmoor nur noch eine stark veränderte Pflanzenwelt vorfindet.
Das eigentliche Moor befindet sich hauptsächlich am südlichen Rand des Naturschutzgebietes. Kleinflächig und flacher ist es auch im Nordwesten des Naturschutzgebietes anzutreffen. Charakteristisch ist das Auftreten von wasserspeichernden Torfmoosen, aus denen sich langfristig dicke Torflagen bilden können. Die weißen Fruchtstände verschiedener Wollgrasarten können über eine lange
Zeit im Jahr in sonst kaum vorfindbarem Ausmaß beobachtet werden.
Außerdem wachsen in den Moorarealen z.B. die Wiesensegge oder das seltene Weiße Schnabelried.
Die größeren freien Moorbereiche mit offenen Wasserflächen bieten einen Lebensraum für Libellen, z.B. der seltenen
Speer-Azurjungfer, die hier auf Insektenfang gehen. Auch der seltene
Moorfrosch, dessen Männchen sich zur Laichzeit hellblau färbt, ist hier anzutreffen.
Direkt an das Wasser grenzen Gebiete mit der relativ seltenen feuchtigkeitsliebenden Glockenheide, die von Horsten des Pfeifengrases durchsetzt ist.
Auf höher gelegenen, sandigen Dünenarealen setzt sich großflächig die Besenheide durch. Von dieser Heideart leben besonders viele Insekten und Käfer. So kommen im Schnaakenmoor allein 35 Laufkäferarten vor.
Auch viele Schmetterlingsarten sind stark auf die Heidepflanzen spezialisiert, wie z.B. der Bläuling. Weiterhin ist die mittlerweile stark gefährdete
Kreuzotter neben der Blindschleiche in den Heideflächen anzutreffen. Unter eigens angelegten Steinhaufen findet diese Art Schutz vor Feinden.
Pflegemaßnahmen:
Das Schnaakenmoor wird durch eine Pflegegemeinschaft betreut, zu der neben uns die
Naturschutzvereine Botanischer Verein, Deutsche Waldjugend, NABU Gruppe West,
Naturschutzjugend Schenefeld, Verein Schule und Naturschutz der Rudolf-Steiner-Schule
Nienstedten sowie Vertreter der zuständigen Naturschutzbehörde und des Forstamtes gehören.
Um in dem besonderen Gebiet des Schnaakenmoores wieder eine natürliche Entwicklung von Flora und Fauna zu ermöglichen, wurde in den letzten Jahren eine Menge Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt.
- Es wurden aufgeforstete Flächen mit großem Aufwand in Heideflächen umgewandelt, um so die
notwendige Verbindung der Heideflächen im Norden und Süden des Gebietes zu schaffen. Denn
kleine isolierte Flächen eines Lebensraumes können nur einer geringen Anzahl von Arten
Überlebensmöglichkeiten bieten.
- Auf Wiesen, die landwirtschaftlich genutzt worden waren, wurde der Oberboden abgetragen,
um hier wieder nährstoffarme Bedingungen herzustellen. So wurde der für das Schnaakenmoor
typischen und z.T. seltenen Flora und Fauna ein optimaler Lebensraum geschaffen.
Dabei wurden auch Dünen und Stillgewässer wieder in ihrer landschaftstypischen Form angelegt.
- Neben der direkten Umgestaltung ehemals intensiv genutzter Flächen wurde zur Wieder-
herstellung der Moorbereiche die Entwässerung gestoppt. Dafür wurden diverse Abflussgräben
geschlossen. Die Wasserhaltekapazität des Moores hat sich daraufhin wesentlich verbessert.
Eine Selbstentwaldung auf jetzt feuchteren Flächen ist zu beobachten. Aus diesem Grund findet
nun eine Besiedelung mit moortypischen Pflanzen statt: Torfmoorwachstum ist wieder möglich.
Weiterhin haben wir:
- intensive Entkusselungsarbeiten
durchgeführt, in Zusammenarbeit
mit dem Bezirk, Verbänden, Firmen
und Teilnehmern des IJGD. So
konnten die Verbuschung zurück-
gedrängt und Sichtverbindungen
verbessert werden.
- Trampelpfade wurden mit Ästen
versperrt um Gebietsbereiche zu
beruhigen.
- Standortfremde Pflanzen,
insbesondere die Amerikanische
Traubenkirsche, wurden entfernt.
Sie hat eine starke Ausbreitungs-
tendenz und trägt so enorm zur
Verbuschung von Heide- und
Offenflächen bei.
- Wir haben ein Wegekonzept
erarbeitet, das einerseits die Natur des Schnaakenmoores erlebbar machen soll, andererseits auch
durch die Beruhigung von bestimmten Bereichen dem Erhalt dieser Landschaft mit ihrer Flora und
Fauna dient. Das Konzept wurde in der Pflegegemeinschaft abgestimmt und wird nun umgesetzt.
Die zwei Rundwege wurden im Herbst 2006 zum Abschluss gebracht und eröffnet.
- Im August 2003 wurde in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Altona und dem IJGD in den an das
Naturschutzgebiet südlich angrenzenden Forstflächen eine zugewachsene Düne freigestellt und
renaturiert. Dazu wurde u.a. mit Hilfe eines Rückepferdes der Baumaufwuchs entfernt.
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