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Tieren und Pflanzen
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Das NSG
Rhee Lage: Das
Naturschutzgebiet Rhee ist ein Altarm der Wilhelmsburger Dove-Elbe und liegt zwischen
der Autobahn A1 und der Norderelbe am Obergeorgswerder Deich, im Süden angrenzend
an ein altes Spülfeld. Besonderheit: Es
ist ein 18 ha kleiner Rest einer ehemals großflächigen Tideauenlandschaft.
Am Westufer der Norderelbe erstreckt es sich auf einer Länge von ca.
800 m und einer mittleren Breite von 200 - 220 m von West nach Ost. 3 Hektar der
Gesamtfläche entfallen auf die Wasserflächen. Verkehrsanbindung: Mit
der S 3 bis S-Bahnhof Veddel; Bus 154 bis Niedergeorgswerder Deich oder Bus 354
bis Müggenburger Schleuse. Entstehung
der Landschaft: Die elbeniederungstypische Tideauenlandschaft entstand
im Verlauf der letzten 15.000 Jahre, als die Schmelzwasser der letzten eiszeitlichen
Gletscher das Urstromtal der Elbe formten. Durch den Anstieg des Meeresspiegels
der Nordsee bis zum heutigen Niveau verringerte sich das Gefälle vom Gletscher
zum Meer und die Schmelzwasser flossen weniger schnell. Der Fluss samt Nebenarmen
verlagerte sich immer wieder und so entstand das Stromspaltungsgebiet der Elbe,
heute im Raum Hamburg.
Es bildete sich eine Flussauenlandschaft. Deren Tideauwälder
sind jedoch im Laufe der letzten 100 Jahre fast vollständig zerstört
worden, aufgrund von zunehmender landwirtschaftlicher Nutzung, späterer Maßnahmen
der Industrialisierung sowie Eindeichungen, Aufspülungen und Uferbefestigungen.
Auf Hamburger Gebiet befinden sich nur ein paar kleine Reste dieser wertvollen
Lebensräume, davon sind die größeren unter Naturschutz gestellt,
so das NSG Heuckenlock, NSG Schweenssand, NSG Zollenspieker und das NSG Rhee.
Die Pflanzen- und Tierwelt:
Im NSG Rhee befinden sich Reste des einstigen
Tide-Auwaldes aus Silberweide, Schwarzpappel und Esche sowie Röhrichtflächen.
Durch das Ausbleiben der Tide breiten sich Hollunder, Birke und Schwarzerle aus. So scheint sich die Vegetation von einem Auwald hin zu einem Bruchwald zu entwickeln, jedoch sind noch einige typische Auenarten vertreten.
Im Nordwesten des Gebietes hat sich ein artenreiches Feuchtgrünland
entwickelt, mehrere kleine Teiche bieten Amphibien und Libellen Lebensraum.
Im NSG Rhee befinden sich an einigen Stellen noch das
Fluss-Greiskraut,
der seltene
Schlangen-Lauch,
Wasserstern und Gelbe Teichrose.
Unter den Tieren sind das Vorkommen
von
Eisvogel,
Löffelente,
Schafstelze und
Gebirgsstelze
hervorzuheben.
Die Große
Königslibelle und die
Glänzende Smaragdlibelle haben hier ihre Flugreviere. Die Ufer-Laubschnecke findet man hier ebenfalls.
Die Eingriffe des Menschen:
Der seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts brachliegende Nordteil des Gebietes
wurde ursprünglich als Grünland genutzt und die Kopfweiden regelmäßig
geschnitten, u.a. um Zweige für die Korbflechterei zu gewinnen. Der
das NSG Rhee prägende Georgswerder Schleusengraben ist Teil eines Altarmes
der Dove-Elbe, der allerdings seit 1964 keine offene Verbindung mehr zum eigentlichen
Strom besitzt. So bekam das Gebiet Vorflutfunktion für die angrenzenden Binnendeichflächen.
Der Hauptteil der Oberflächenwasser stammt daher aus Niederschlägen
und Drainage der umliegenden Spülfelder und Agrarflächen. Aufgrund
der Anbindung des Schleusengrabens an die westlich der Autobahn gelegene Bullert-Wettern
durch das Schöpfwerk Sperlsdeich seit 1997 wurde die Vorfluterfunktion der
Rhee in großem Umfang erweitert. Nun wird Wasser aus landwirtschaftlich
und industriell genutztem Hinterland in die Rhee gepumpt. Seit Fertigstellung
und Inbetriebnahme des Schöpfwerks Sperlsdeich gibt es Probleme mit starker
Verockerung im Georgswerder Schleusengraben. Durch die Baumaßnahmen zum
Ausbau der Bullertwettern ist Eisenocker freigesetzt worden. Seit dem hat sich
die Verockerung nicht gebessert. Es lassen sich schwerwiegende Folgen für
den Fischbestand und die Unterwasservegetation feststellen. Die Trübung des
Wassers führt zudem zu einer Verminderung der Sichttiefe und damit zu einer
starken Beeinträchtigung des hier noch bis 1999 vorkommenden Eisvogels für
die Nahrungssuche. Landschaftspflegemaßnahmen
zur Entwicklung des Naturschutzgebietes: Seit der Abtrennung der Rhee von
der Norderelbe in den 60er Jahren des 20.Jh. hat sich der Charakter der Rhee,
im Vergleich zu einer tidebeeinflussten Aue, erheblich verändert. Das Fehlen
von regelmäßigen oder episodischen Überflutungen (Tide, Sturmflut)
hat zu einer Absenkung des Grundwasserspiegels geführt und eine Verarmung
der Pflanzengesellschaften verursacht. Allerwelts-Arten wie Brennessel oder Schwarzer
Hollunder haben sich durchgesetzt und stark verbreitet. Dennoch sind viele
typische Arten der Flussaue noch vorhanden, die sich bei einer Erhöhung des
Wasserstandes wieder ausbreiten könnten.
 Seit
der Abtrennung von der Elbe hat sich die Bedeutung des NSG Rhee also auf die Funktion
als Refugium und Trittsteinbiotop reduziert, die der Rhee aufgrund ihrer Insellage
inmitten intensiv genutzter Landschaft zuteil wird.
Noch hat das Naturschutzgebiet das Potential wieder
zu einem wertvollen Flussauen-Lebensraum entwickelt zu werden, noch sind die typischen
Pflanzenarten vorhanden. Wir fordern daher die
Öffnung der Rhee für eine regelmäßige oder episodische Überflutung,
die Wiederherstellung des Tideeinflusses! Landschaftspflegemaßnahmen
der GÖP: Wir führen folgende Pflegemaßnahmen regelmäßig
durch: -
Wir verhindern die weitere Ausbreitung des standortfremden Japanischen Staudenknöterichs,
der den Lebensraum
der z.T. seltenen heimischen Flora einnimmt.
- Wir pflegen die Kopfbäume. - Wir sammeln Müll.
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